13. Februar 2017

REVIEW: The Girl With All The Gifts (2016) - "Die Büchse der Pandora"

  
der cineast The Girl With All the Gifts Melanie mit Maske
© Square One / Universum

Alle reden über THE WALKING DEAD, dem großen Platzhirsch was das "Zombie-Genre" betrifft. Nun wagt sich ein Film mit neuen, frischen Ideen an die oft eintönige Thematik: THE GIRL WITH ALL THE GIFTS. Dieser war bereits im Rahmen des letzten FANTASY FILMFESTS zu sehen und vermag durchaus auch Nicht-Genrefans zu begeistern.

England in einer nicht allzu entfernten Zukunft: Eine aggressive Pilzart hat beinahe die gesamte Menschheit infiziert. Das Resultat: fleischfressende zombieartige Wesen, die von den wenigen Überlebenden „Hungries“ genannt werden. Einige dieser Überlebenden haben sich auf einem Militärstützpunk von der gefährlichen Außenwelt abgeschottet. Zu ihnen gehört auch die Wissenschaftlerin Dr. Caldwell (Glenn Close), die glaubt ein Gegenmittel herstellen können.
Parallel besuchen sonderbar wirkende an Stühle fixierte Kinder unter der strengen Aufsicht von Sergeant Parks (Paddy Considine) den Schulunterricht von Miss Helen Justineau (Gemma Arterton). Die Lehrerin wird besonders von einem Mädchen ihrer Klasse vergöttert: Melanie (Sennia Nanua) übertrifft ihre Mitschüler durch ihre Intelligenz, ihren Scharfsinn und ihre Wissbegierigkeit. Als die Basis von einer Horde Hungries überrannt wird, kann Melanie zusammen mit Miss Justineau, Dr. Caldwell und Sergeant Parks gerade noch entkommen.
In der von Chaos und Zerstörung versunkenen Welt, die nun auf sie wartet, muss Melanie bald nicht nur über ihre eigene Zukunft, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit entscheiden.

Untote, britische Pilzköpfe

Gerade als wir dachten, dem Genre der Zombie-Apokalypse würden die Ideen ausgehen, kommt alles anders. THE GIRL WITH ALL THE GIFTS verpasst der schon lange hirntoten Filmspezies mit seinen originellen Ideen eine Frischzellenkur.
Der Film ist qualitativ hochwertig und besticht trotz CGI-lastig konstruierter Umgebung nicht nur durch seine liebevolle Optik, sondern auch durch die tolle, wenn auch sehr präsente und besondere musikalische Untermalung.
Der Film ist kein blutrünstiger Zombieschocker, wie es sonst oft gang und gäbe ist, sondern dreht sich hauptsächlich um die Figuren und ihre "Mission", Im Mittelpunkt des Ganzen steht allen voran das Mädchen Melanie, grandios ambivalent und einfühlsam verkörpert von Sennia Nanua, von der wir in Zukunft hoffentlich noch mehr sehen werden.
Ebenfalls sehr erfrischend ist der Fakt, dass die Zombies hier nicht lächerlich dumm dargestellt werden – „intelligente“ Zombies haben bisher nämlich leider eher Seltenheitswert im Film.

Vorsicht: bissig!

Dennoch fällt es zu Beginn schwer in den Film hineinzufinden – der Zuschauer wird hier zunächst erst ins kalte Wasser geworfen – erst langsam fügen sich die Puzzleteile zusammen, die Orientierungslosigkeit legt sich und man beginnt zu verstehen. Auch wären ein paar mehr Hintergrundinfos zu den einzelnen Charakteren aus der Zeit vor dem Outbreak interessant gewesen und hätte den Figuren noch ein wenig mehr Tiefe verliehen.
Das Ende ist leider etwas missglückt, da es dann doch zu kryptisch und schwer zu verstehen ist.

In der Zeit des Hypes um THE WALKING DEAD – ist da überhaupt noch Platz für anderes aus dem Genre? – JA! THE GIRL WITH ALL THE GIFTS ist einer der besten Zombie-Endzeitfilme seit langem und sei nicht nur Genrefans empfohlen. 

7 / 10



Titel:The Girl With All The Gifts
Produktionsjahr:2016
Altersfreigabe:FSK 16
Regie: Colm McCarthy
Cast: 
Gemma Arterton, Sennia Nanua, Glenn Close, Paddy Considine, Anamaria Marinca, Dominique Tipper
Produktionsland: 
Großbrittannien
Länge: 110 Minuten 
Kinostart:09. Februar 2017 
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